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Marcel Zimny – Küchenchef im Hotel Bellevue-Terminus/ Restaurant Yucatan

Allgemein| Views: 944

Marcel und ich haben uns in der SkiLodge verabredet und unterhalten uns über „Tauchen“. Er ist Vollblut-Taucher. Ich bin Nicht-Taucher. Vor (vielen) Jahren war ich mit einem Tauchlehrer zusammen und habe unzählige Anläufe zum Tauchen unternommen, aber dieses Mundstück und ich passen einfach nicht zusammen. Hier treffen also zwei Welten aufeinander. Und eigentlich schneide ich das Tauchthema ja auch nur an, um Marcel ein bisschen locker zu machen. Seinen Redefluss anzuregen und dann vielleicht auch über ein anderes Thema, denn Tauchen sprechen zu können.

Aber nein, wir reden übers Tauchen und die Unterwasserwelt. Und dann auch das noch: Marcel taucht am liebsten in Seen. Es ist kalt, hat wenig Fische und eigentlich sieht man nichts. Im Meer tauchen, nennt er „Kino tauchen“: bunte Farben, Korallen, Fische, warmes Wasser. All das mag er nicht. Er liebt es, in seinen Trockenanzug zu steigen und hinab zu sinken ins Nichts. Als ich frage wie ich mir das vorstellen müsse, meint er: „Wie im Dunkeln in einem Tunnel, man höre nur seinen eigenen Atem und fände Frieden“. Langsam frage ich mich was dieser Unterdruck auf Dauer für Folgeschäden mit sich bringt…

Seit gut einem Jahr ist Marcel KüChe im Hotel Bellevue-Terminus und Restaurant Yucatan. Er startete Mitte November und musste einen „Kaltstart“ hinlegen. Die erste Zeit war nicht einfach. Ein neuer Ort, ein schwieriges Team und hohe Anforderungen. Inzwischen hat sich aber alles entspannt und er blickt zuversichtlich auf die Wintersaison.

Zurück zum Thema: Marcel kam zufällig, während eines Ferienaufenthalts in Kroatien zum Tauchen. Sein damaliger Tauchlehrer sei eigentlich Berufstaucher gewesen und habe ihm in Militärdrillmanier alles beigebracht. Zu dieser Zeit begann er gerade seine Lehre als Koch. Er konnte seinen erlernten Beruf als Trockenbauer wegen Rückenproblemen nicht mehr ausführen und musste „umsatteln“. Eigentlich wollte er Konditor werden, bekam aber eine Praktikumstelle in einem saarländischen Gourmetrestaurant und hat dort die Liebe zum Kochen entdeckt.

Wusstest du, dass es ein Tauchlexikon der Schweiz gibt? Neeeeinnnnn. Gib es tatsächlich. Dort sind alle Sehenswürdigkeiten der Schweizer Seen aufgeführt. Daher sei es auch so wichtig im Winter tauchen zu gehen, denn bei kälterem Wasser sei die (nicht vorhandene) Sicht deutlich besser. Marcel geht 4-5mal pro Woche tauchen. Es ist sein Ausgleich vom Job. Hier kann er entspannen. Aber inzwischen sei sowieso vieles besser geworden. Sein neues Team ist gut. Sie haben Spass bei der Arbeit wie auch beim gemeinsamen Feierabendbier. Alle seien sehr unterschiedlich in ihren Stärken, aber auch in ihren Charakteren. Es gebe „Spassvögel“, „Traumsusis“, „Liebespaare“ und „Küchenkasperle“ im Team. Er versucht sein Team mit „Taten statt Worte“ zu überzeugen. Klare Ansagen wenn nötig, aber ansonsten eher flache Hierarchien. Er möchte Schwächen schwächen und Stärken stärken. Hilfe geben, wenn Unterstützung nötig ist und Vertrauen schenken, wenn Verantwortung übernommen wird. Ein sehr schönes Credo, finde ich.

Hast du noch Fragen an Marcel? Möchtest du ein besonders Rezept von ihm haben oder irgendetwas übers Tauchen wissen?

 

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