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Manuel Behrla – Küchenchef Restaurant Yucatan/ Hotel Bellevue-Terminus

Allgemein| Views: 1327

Mein Gespräch mit Manuel Behrla beginnt mit einem Kracher: Der Stuhl, auf den sich der zwei Meter elf Hüne setzen möchte, bricht zusammen! „OK, kein Problem“ –  grinst er, das ist ihm offensichtlich nicht zum ersten Mal passiert. Als wir einen passenden Stuhl für ihn gefunden haben, erzählt er mir, dass er schon seit seinem 12. Lebensjahr so gross ist und dies durchaus Vorzüge habe.

Manuel ist oder war „Diplomatenkind“. Er wuchs in USA, Brasilien, Südafrika, Malta, Deutschland, Indonesien und Iran auf. Das stelle ich mir phantastisch vor. Du lernst Sprachen und Länder ganz selbstverständlich kennen, bist in der Welt zu Hause. Ob das so ist erfahre ich nicht, denn im Redefluss unseres neuen Küchenchefs sind Fragen nur selten möglich. Dafür erfahre ich einiges anderes: er spricht neben Deutsch, Englisch, Französisch und Persisch auch noch Maltesisch. Zu Malta hat er sowieso eine besondere Beziehung. Hierher kehrt er immer wieder zurück, denn dort lebt seine bereits 14jährige Tochter.

Manuel ist über die Kunst zum Kochen gekommen. Jetzt aber mal von vorne. Nach dem Abitur, hat er auf Wunsch seines Vaters ein Geografie Studium auf Lehramt begonnen. Schnell wurde ihm klar, dass das nicht seine Welt ist und er hat zwei Semester wilde Studentenzeit mit Parties genossen, bis er absolut Pleite war und in seiner Ente/ 2 CV wohnen musste. Nochmal kurz zur Erinnerung der Mann ist: 2, 11m, 119 Kg und trägt Schuhgrösse 51. So konnte es auf Dauer nicht weitergehen. Er bewarb sich in Paris an einer renommierten Hochschule der Künste, kam durch ein krasses Auswahlverfahren und wurde als einer von 15 Studenten aufgenommen. Seine Eltern hielten wenig von der Idee Bildhauerei zu studieren und unterstützen ihn finanziell nicht mehr. Um Schule und Leben bezahlen zu können, heuerte er in einem Sternerestaurant als Cassrollier an. Klingt gut dachte er sich, es war aber trotzdem der Job des Spülers.

Die Einblicke in die Sterneküche waren jedoch gross und faszinierend genug, dass er sich nach seinem Kunststudium zum Koch in einem Hotel der Steigenberger Gruppe ausbilden liess. Er kocht nach wie vor gerne, kann hier einen grossen Teil seiner Kreativität ausleben. Ausserdem kann er sein Vagabundenleben fortführen. Ein paar Monate New York, dann eine Zeit auf einem Schloss in Belgien, einige Jahre in der Schweiz, dann mal wieder Deutschland oder Malta und jetzt eben Engelberg. Er fühlt sich wohl in den Alpen und möchte diesen Winter unbedingt Skating lernen- zum Kurs Mitte Dezember hat er sich bereits angemeldet. Aber Moment mal, welche Skilänge braucht man denn bei seinen Massen?

Ansonsten liebt er Horrorfilme, seine Freundin, gutes Essen, ein Glas Wein und Schlager. Er hat übrigens noch Konzertkarten für Andreas Gabalier und wenn man auf Manuels Schultern klettern kann, sieht man garantiert auch aus der letzten Reihe bis zur Bühne. Wie du merkst bin ich absolut beeindruckt von Manuel Behrla und das nicht nur aufgrund seiner Grösse…

Falls du noch Fragen hast, kannst du diese wie immer via Kommentar schicken oder dich ganz einfach mit ihm auf einen Drink verabreden. Viele Dank und Grüsse Sina

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